Unsichtbare Schulden

Die Schuldenwahrheit

Die Politik der Euro-Länder hat in der Vergangenheit immer mehr ausgegeben als sie eingenommen hat. Daraus sind Schuldenberge entstanden, die in den öffentlichen Haushalten ausgewiesen sind (sichtbare Schulden).

Gleichzeitig hat die Politik durch gesetzliche Maßnahmen Leistungen versprochen, die erst in der Zukunft zu Ausgaben führen und nicht in den öffentlichen Haushalten enthalten sind (unsichtbare Schulden). Das betrifft die Beamtenpensionen und die Sozialversicherungssysteme.

Die wahre Größenordnung der Staatsverschuldung zeigt sich erst dann, wenn die sichtbaren und die unsichtbaren Schulden zusammen betrachtet werden. In 2009 hat der Ökonom Dr. Jagadeesh Gokhale (Cato Institute, Washington) in seiner Studie

„Measuring the Unfunded Obligations of European Countries“

die Größenordnung der wahren Schulden dargestellt. Danach betragen diese in allen Euro-Ländern ein Vielfaches der jährlichen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt).

Hier sind die Zahlen:
Rangliste der wahren Schulden

Die Euro-Länder stehen vor einer nicht umkehrbaren Entwicklung: Eine alternde Gesellschaft, eine steigende Zahl der Rentner und Pensionäre und ein sinkendes Erwerbspersonenpotential. Dies führt zu großen Deckungslücken bei den Leistungsversprechen der Politik.

Bei Aufstellung von Generationenbilanzen hätten für die Deckungslücken Rücklagen gebildet werden müssen. Wenn das jetzt nicht durch Reformen nachgeholt wird, werden erhebliche Steuer- und Abgabenerhöhungen die Folge sein. Die Euro-Länder sind dann darauf angewiesen, dass sie eine ausreichende Anzahl von Erwerbspersonen mit einem Einkommen haben, aus dem die erhöhten Steuern und Abgaben bezahlt werden können.

In der Europäischen Schuldengemeinschaft tickt eine ZEITBOMBE XXL.

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